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08.02.2016 – Einfache Sprache, barrierefreie Websites und screenreadertaugliche PDFs – diese Begriffe geistern derzeit durch die Medien. Barrierefreiheit drängt ins Zentrum der Aufmerksamkeit.


Was noch vor kurzem von vielen als ein Nischenprodukt für eine Parallelwelt, in der sich vor allem NGOs und soziale Hilfsorganisationen tummeln, gehandelt wurde, behauptet seinen Platz immer stärker im Wirtschaftsbereich.

Was ist geschehen?

Einerseits gibt es natürlich den pragmatischen Grund der gesetzlichen Verpflichtung. Seit heuer sind alle, die Waren oder Dienstleistungen öffentlich anbieten, zur Barrierefreiheit verpflichtet – sowohl im baulichen Bereich als auch, wenn es um die Information, die nach außen getragen wird, geht. Doch das ist bei weitem nicht der einzige Grund, warum das Thema „barrierefreie Information“ boomt. Auch Marketingexperten und Manager sind dafür sensibilisiert, dass Botschaften nur dann ankommen, wenn sie auch verstanden werden. Und sie wissen, dass das oft nicht der Fall ist.

Information ist kein Geheimcode

Aber warum sollte das so sein? Können wir denn nicht alle lesen? Das sollte man meinen. Doch 40 Prozent aller Menschen können nicht richtig lesen. Sie haben es nie gelernt, es wieder vergessen oder verstehen komplizierte Sätze und Formulierungen nicht, weil deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Dazu kommen noch jene, die keine Chance haben, die Botschaft zu verstehen, weil dem Überbringer nicht bewusst ist, dass er so etwas wie einen „Geheimcode“ verwendet: Begriffe, die vielleicht in seinem Unternehmen jeder versteht, aber kaum ein Außenstehender. Und dann kommt noch dazu, dass in unserer schnelllebigen Zeit ohnehin fast nur Informationen aufgenommen werden, die man schnell und ohne zu viel Aufwand verstehen kann.

Gestaltung, die verwirrt

Auch die grafische Umsetzung vieler Texte ist nicht gerade leserfreundlich. Und zwar oft so wenig, dass auch Menschen, die nicht die geringste Leseschwäche haben, damit kämpfen. Bei winzigen Schriftgrößen steigen eben nicht nur Menschen mit Behinderung aus, sondern auch Senioren, deren Augen nicht mehr die besten sind. Und wenn im romantisch-schummrigen Lokal die Speisekarte besonders „elegant“ mit grauer Schrift auf hellgrauem Papier versehen ist, können auch viele „Adleraugen“ gar nichts mehr erkennen. Unübersichtliche Websites machen Lesern quer durch alle Schichten und Altersstufen Probleme. Schwierige Inhalte in langen, eng aneinandergereihten Textzeilen treiben jeden zur Verzweiflung, der sich z. B. durch das „Kleingedruckte“ so mancher Verträge müht. Und wenn auf einer Zeitungsseite viele Textkästen „kreativ verteilt“ herumschwirren, weiß man oft nicht, wo man mit der Lektüre eigentlich anfangen soll.

Das ist die Lösung
Barrierefreie Information – das heißt Texte in einfacher Sprache mit einer Grafik, die das Verständnis des Inhalts unterstützt. Barrierefrei ist ein Webauftritt, bei dem man sich sofort zurechtfindet und auch PDFs, die mit Hilfsprogrammen wie einem Screenreader, lesbar sind, gehören dazu. Derartige Information zeichnet aus, dass sie in einfacher Sprache geschrieben ist. Bei der Gestaltung wird darauf geachtet, dass die Struktur übersichtlich bleibt. Schriften und Textgrößen gehen auch auf den Bedarf von Menschen ein, die Geschriebenes nicht leicht erfassen. Bei Farben und Kontrasten wird darauf geachtet, dass sie leicht zu erkennen sind. Das klingt sehr einfach – bis man sich näher damit auseinandersetzt. Daher sollte man sich für die Umsetzung unbedingt nach einem erfahrenden Partner umsehen, der in der verständlichen Aufbereitung auch schwieriger Inhalte viel Erfahrung hat.

Zahlt sich das aus?

Verständliche Information ist ein wichtiger Faktor für wirtschaftlichen Erfolg. Sie sorgt für effizientere Arbeitsabläufe, weil verständliche Anweisungen weniger Fehler bedeuten. Sie bringt zufriedene Kunden, weil diese verstehen, was sie kaufen. Und sie sorgt für Werbebotschaften, von denen sich auch jene angesprochen fühlen, die Information nur verstehen, wenn sie einfach aufbereitet ist. Auf der anderen Seite kostet es viel Geld, Barrieren in der Information zu ignorieren. Das beginnt bei Unfällen oder Produktionsausfällen, die auf schlecht verstandene Anweisungen zurückzuführen sind. Es geht über den Kunden, der ein Gerät im Internet miserabel bewertet, weil er es als mangelhaft empfindet. Dabei hat er nur die Bedienungsanleitung nicht richtig verstanden. Und es reicht bis zum potenziellen Konsumenten, für den eine Werbebotschaft Luft ist, weil er sie nicht zu ihm durchdringt. Barrierefreiheit der Information macht sich also bezahlt – sie dient sowohl der Optimierung interner Prozesse als auch der Erschließung bisher unerreichter Zielgruppen.

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