star logo


22.11.2014 - Umwelt Druckwerke sind für effizientes Marketing wichtiger denn je. Zugleich ist ohne Ökologie und Nachhaltigkeit heute kein Staat zu machen. Ein Widerspruch?

80 % der Mediaeinkäufer geben an, dass Überlegungen zum Umweltschutz ihre Entscheidungen beeinflussen. Gerade bei Printprodukten stehen Marketingverantwortliche zusehends unter „grünem Druck“ – sowohl „von oben“ als auch von Seiten der Kunden. Zugleich bleibt im Alltag nur wenig Zeit, sich mit Umweltzeichen und CO2-Fußabdrücken auseinanderzusetzen. Von einer Kennzeichnung wie bei Elektrogeräten, deren Energieeffizienz von A++ bis E standardisiert angegeben wird, oder einem Ampelsystem wie bei manchen Lebensmitteln kann man im Marketing nur träumen. Wir wollen Ihnen ein wenig Unterstützung bieten und eine transparente Schneise in den „Öko-Dschungel“ schlagen.

Auf das Papier kommt es an
Das Papier ist ein wichtiger Faktor. Schließlich fallen bei der Papierproduktion 90 % der Emissionen eines Druckerzeugnisses an. Auch, wie das Papier produziert wird, ist ein Kriterium. Zwischen Neufasern aus nicht aufgeforsteten Wäldern und 100 % Recycling von Papierfasern aus nachhaltig bewirtschafteten Forsten liegen aus ökologischer Sicht Welten. Kein Wunder, dass Umweltzertifizierungen hier eine besondere Rolle spielen.
Die wirklich gute Nachricht: Dass nur graues raues Recycling-Papier umweltfreundlich ist, stimmt nicht. Die meisten gängigen Druck- und Office-Papiere, die man in Österreich kaufen kann, sind ökologisch unbedenklich. Anders verhält es sich bei Schmuckpapieren mit Glanz und Oberflächeneffekten. Da sollte man im Einzelfall bei der beauftragten Agentur/Druckerei nachfragen.

Ebenfalls mit Vorsicht zu behandeln, sind wegen unbekannter Inhaltstoffe und lange Transportwege Papiere aus dem (v.a. nicht­-europäischem) Ausland. Sehr hilfreich, da einfach zum Nachschlagen und Aussuchen, ist die Mappe „Ökologische Büropapiere und ökologische Druckpapiere“, die man unter www.oekokauf.wien.at kostenfrei bestellen kann. In ihr sind gängige Papiersorten und ihre Einsatzmöglichkeiten aufgelistet, die alle erfolgreich auf ihre Umweltfreundlichkeit getestet wurden.


 

„Mit Brief und Siegel“
Ob eine Druckerei sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, kann der Kunde nicht selbst überprüfen. Oder wollen Sie Fragen nachgehen wie: Druckplatten aus welchen Materialien kommen zum Einsatz? Welche Chemikalien sind in den Druckfarben enthalten? Woher kommt die Energie und was geschieht mit den Abwässern? Werden Abfälle vollständig getrennt und dem Recycling zugeführt?
Hier ist es am besten, sich am österreichischen Umweltzeichen zu orientieren, das nur an ökologisch und nachhaltig arbeitende Druckereien vergeben wird. Das Zeichen ist State of the Art und genau auf die jeweilige Branche abgestimmt. Die Kriterien betreffen alle Teile des Arbeitsprozesses. Ein Großteil der österreichischen Druckereien ist mittlerweile zertifiziert. Aufgrund seiner optimierten Arbeitsprozesse kann sogar der Veredler Simsa für einzelne Produkte bereits das Umweltzeichen anbieten. Entspricht ein Endprodukt allen Umweltkriterien, darf es in einer zertifizierten Druckerei mit dem Umweltzeichen versehen werden. Das heißt aber nicht, dass die betreffende Druckerei NUR umweltfreundliche Produkte herstellt. Sie bietet nach wie vor ihr Service für alle Kunden an – nur eben nicht immer mit Umweltzeichen.



FSC (Forest Stewardship Council)
Hier geht es ausschließlich um Holz. Das FSC-System zertifiziert nachhaltige Waldnutzung. Hierzu entwickelte der FSC einen allgemeinen und länder­übergreifend einheitlichen Standard, der aus zehn vielfältigen Prinzipien und Kriterien besteht, die von Umweltschutz bis zu sozialem Wohlergehen der im Wald Beschäftigten reichen.

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)
Die Kennzeichnung für Holz- und Papierprodukte aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Waldwirtschaft entlang der ganzen Verarbeitungskette geht noch weiter als FSC. Nur Druckereien mit dem PEFC-Zertifikat Chain of Custody (PEFC CoC) Zertifikat, die sich damit verpflichten, die gesamte Verarbeitung des nachhaltig produzierten Holzes lückenlos zu dokumentieren, dürfen ein Endprodukt mit dem PEFC-Logo kennzeichnen.
 

Klammern statt Kleben?
Umweltschutz macht auch vor der Verarbeitung nicht Halt. Klammer- oder Fadenheftung belasten die Umwelt weniger als ein geklebter Rücken. Ist dieser nicht zu vermeiden, gibt es Unterschiede bezüglich der Inhaltstoffe des Klebers.
Dünn wird die Luft, wenn man nach einer Veredelung im Einklang mit Nachhaltigkeitskriterien sucht. Da sind derzeit nur Prägungen und Stanzungen zertifizierbar. Das liegt teilweise daran, dass die Druckveredelung noch nicht ausreichend bezüglich ihrer Nachhaltigkeit abgewogen wurde.
Alles rund um das Thema Content Marketing.
Melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an!