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15.11.2014 - Barrierefreiheit Barrieren – das sind nicht nur steile Stufen, zu hoch angebrachte Griffe oder fehlende Geländer. Hürden gibt es auch an anderen Stellen, an denen man sie vielleicht nicht vermuten würde: in Broschüren, in Gebrauchsanleitungen, in behördlichen Dokumenten, im vermeintlich grenzenlosen Internet.
Denn Informationen sind keineswegs für alle Menschen gleichermaßen zugänglich: Menschen mit Seh-, Hör- oder motorischen Behinderungen, aber auch Senioren können viele Angebote nicht nutzen, weil sie zum Beispiel Probleme mit der Maus haben, die Schrift zu klein, die Menüführung einer Website nicht eindeutig ist. Und fast die Hälfte aller Menschen tut sich schwer mit dem Lesen und Verstehen von Texten, weil sie ein eher niedriges Bildungsniveau, Migrationshintergrund oder Lese- und Lernschwierigkeiten hat.

Erreichen Ihre Botschaften wirklich die Zielgruppe? Viele Texte und Websites sind zu kompliziert für viele Menschen. Wir sagen Ihnen, wie Sie Kommunikationsbarrieren abbauen können.




Nicht nur gut fürs Gewissen
Das alles führt dazu, dass Anweisungen nicht befolgt, Anleitungen nicht verstanden und Produkte gar nicht erst gekauft werden. Wenn sich Unternehmen und Institutionen um barrierefreie Informationsvermittlung bemühen, hilft das also nicht nur dem Gewissen, sondern auch dabei, die Zielgruppe wirklich zu erreichen. Inzwischen gibt es klare Kriterien, wie Texte, Filme, Präsentationen, touristische Angebote und Webseiten aussehen müssen, damit sie leicht verständlich und nutzbar sind.
Auch aufgrund der rechtlichen Situation sollte das Thema nicht länger vernachlässigt werden: Das Behindertengleichstellungsgesetz schreibt bereits seit 2006 vor, dass auch im Internet niemand diskriminiert werden darf. Dass hier nicht mehr Betreiber Schadenersatz leisten müssen, liegt daran, dass es bisher kaum Kläger gibt. Was ebenfalls wenige wissen, ist, dass laut Arbeitsschutzgesetz ein Arbeitsgeber sicherstellen muss, dass seinen Mitarbeitern alle wichtigen Informationen nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch von ihnen verstanden werden.

 


 

Europa wird barrierefrei
Auf EU-Ebene wird derzeit an einer Richtlinie gearbeitet, die noch mehr Menschen in die Pflicht nehmen soll: Sie wird für alle Webseiten gelten, die von öffentlichen Stellen betrieben oder finanziert werden, sowie für Webseiten privater Betreiber, die öffentliche Dienstleistungen anbieten. „Das EU-Parlament hat den Gesetzestext bereits im Februar 2014 beschlossen“, erklärt Stefanie Steinbauer vom Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich. „Nun geht die Sache an den EU-Rat. Sobald die Richtlinie in Kraft tritt, müssen alle neuen Inhalte innerhalb eines Jahres und alle bestehenden Inhalte innerhalb von drei Jahren barrierefrei verfügbar sein.“ Es wird also Zeit, um- und vorauszudenken. Die Barrieren im Kopf sollten dabei zuerst überwunden werden.
 


Tipps für die Gestaltung Ihrer barrierefreien Website finden Sie hier.

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